Was soll ich ohne den Kiezneurotiker nun beim Kacken noch tun?

Ja, als ich vor knapp 3 Jahren nach Berlin zog, direkt in den gehasst-geliebten Kiez der Simon-Dach-Straße – ich wusste nicht worauf ich mich hier einlasse. Ich googelte zuerst einfach nach dem Straßennamen, und landete bei einem komischen Blog. Ich verstand nicht – jetzt verstehe ich.

Seitdem war er ein Bestandteil von mir, er sprach mir aus der Seele. Und es wird auch so schnell nie mehr jemanden geben, den ich während meiner bezahlten Arbeitszeit beim Kacken so gern gelesen habe wie ihn.

Wirklich – es war ein Automatismus: Deckel rauf, hinsetzen… langsam entspannen.. Smartphone mit 4G Internet raus… gehen lassen…. Favoriten aufrufen – ne.. musste ich gar nicht, es reichte, „ki“ in meine Adresszeile einzutippen, schon war er da..

Und es flutschte..

Je nach Artikellänge dauerte meine Kackzeit zwischen 5 und 25 Minuten. Danke dir dafür!

Nun ist er weg. Seit einigen Monaten schon. Ich war wirklich traurig. Nun weiß ich echt nicht mehr was ich beim Kacken noch lesen soll. Immerhin folge ich ihm noch auf last.fm (ja, das gibt’s noch). Und ich lausche auch noch regelmäßig seiner Playlist. Das heißt – er lebt zumindest noch.

Vielleicht kommt er wieder, vielleicht auch nicht. Wahtevor. Falls du das hier siehst, Kiezi: Es war schön, dich gelesen zu haben. Und dein Archiv liegt nun auch auf meiner Festplatte, damit ich in 50 Jahren meinen Großenkeln noch erzählen kann von der Zeit, in der man im Internet noch Anarchie duldete.

Danke Herr Stevenson (dead link, just for nostalgic purposes)

Ein Kommentar zu „Was soll ich ohne den Kiezneurotiker nun beim Kacken noch tun?

  1. Och, wie, schön…Danke für diesen Entzugsnachruf!
    War zwar kein „Smartphonekacker“ wie du, aber ansonsten ebenso süchtig nach den Texten des Kiezneurotikers. Ich selbst bin eher die Morgenmisanthrophin gewesen, also: Aufwachen, Morgen hassen, Welt hassen, Espresso aufsetzen, Musik an, PC an, Kiezneurotiker laden, Kafffee eingießen und Kiezneurotiker lesen, Losprust vor Lachen oder je nach Zustimmung,zumindest schmunzelnd lächelnd den Tag beginnen. Also ich jedenfalls. Er wohl nicht so, schade, schnüff. Ich wünsche ihm, dass er sein unverwechselbares Schreibtalent nutzt! Und sei es handschriftlich in duseligen Tagebüchern versteckt für die übernächste Nachwelt, aber bitte, KN, schreib weiter! Warum? Es liest sich gut.
    Danke „Bierzelt“ 🙂

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